Bestandsüberblick

Das Archiv Frau und Musik ist das älteste (gegründet 1979), größte und bedeutendste Archiv für Musik von Frauen weltweit. Es beherbergt über 25.000 Medieneinheiten (graue Literatur, hist. Plakate, Literatur, Dissertationen/Abschlussarbeiten, originale Handschriften, Erstdrucke etc.) von über 1.800 Komponistinnen vom 9. bis zum 21. Jahrhundert und 52 Nationen. Darunter befinden sich über 3.500 Tonträger, Videos und DVDs, rund 40 Vor- und Nachlässe von Komponistinnen und Dirigentinnen und die weltweit umfassendste Sammlung zu Postkarten von Damenblaskapellen um 1900.

Aufgaben

Das Archiv entspricht durch die Tätigkeit der Archivierung im Sinne des Hessischen Archivgesetzes den Funktionen der Forschung und Forschungsunterstützung, der Förderung der Freiheit der Wissenschaft und der Rechtssicherung, der nationalen und internationalen Identitätsstiftung sowie der Kommunikation zwischen Verwaltung, Wissenschaft und Öffentlichkeit. Damit verbunden ist der ausdrücklich verbundene Auftrag der Bundesrepublik Deutschland zur aktiven Unterstützung der rechtlichen und gesellschaftlichen Gleichstellung von Frauen und Männern. Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist eine der zentralen Herausforderungen der BRD. Dafür müssen Frauen und Männer auf dem gesamten Lebensweg die gleichen Chancen erhalten – persönlich, beruflich und familiär.

Ein Teil des Bestands des Archivs Frau und Musik © Archiv Frau und Musik

Bestand

Aktuell wird ein Teil des Bestands des Archivs Frau und Musik im Rahmen des DDF-Projekts des Bundes digitalisiert. Weitere Informationen dazu finden Sie hier. Gerne können Sie auch gezielt in unserem Online-Katalog recherchieren.

Noten, Literatur, Medien, Sammlungen

Neben Kompositionen und sonstigen künstlerischen Hinterlassenschaften musikschaffender Frauen sammelt das Archiv Frau und Musik Sekundärliteratur, Examensarbeiten, Konzert- und Tagungsprogramme, Bildmaterial und Zeitungsausschnitte. So erhielt das Archiv z. B. 2001 in Gänze das Komponistinnen-Archiv München (KAM) des Vereins musica femina münchen.

Zahlreiche Medien wie Tonträger veröffentlichter Werke, Mitschnitte von Rundfunksendungen und private Aufnahmen von Konzerten, Video- bzw. DVD-Aufzeichnungen finden im Archiv ihren festen Platz. Unser erklärtes Ziel ist es, ein Werk in sämtlichen Medien anbieten zu können, um jedem/jeder Besucher*in einen umfassenden Einblick zu ermöglichen.

Nachlässe, Faksimiles, Schmuckstücke des Archivs

Mehrere Gesamtnachlässe wurden in den vergangen Jahren in die Hände des Archivs übergeben, wie jene der Komponistinnen Felicitas Kukuck (1914–2001) und Silvia Leonor Alvarez de la Fuente (1953–2004). Teile davon sind in Vitrinen zu bewundern, zum Beispiel Noten, Bücher, Instrumente und sogar persönliche Gegenstände der Komponistin Felicitas Kukuck sowie eine einzigartige und weltgrößte Postkartensammlung zu Damenblasorchestern um 1900. Alles kann nach Voranmeldung jederzeit besichtigt oder eingesehen werden.

Unsere „Schatzkammer“

Zu den besonderen Schätzen des Archivs Frau und Musik gehört ein beachtlicher Fundus an Erstdrucken, insbesondere aus dem 18. und 19. Jahrhundert, und wertvolle Brief-Autografe, beispielsweise von Clara Schumann. Besonders beliebt und betrachtenswert ist die wirklich einmalige geschlossene Postkartensammlung mit Damenkapellen aus der Kaiserzeit. Eine Sondersammlung zum Bereich Rock, Pop, Jazz, Chanson und Weltmusik sind das Sahnehäubchen des „klassischen“ Bestandes und erweitert diesen um weitere musikalische Genres.

Schriftenreihen

Deckblatt VivaVoce Nr. 100

Bis zum Jahr 2004 gab der Internationale Arbeitskreis Frau und Musik e. V./Archiv Frau und Musik eine mehrbändige Schriftenreihe heraus, darin: Noten 1990 (Band 1, Kassel 1990), Freia Hoffmann/Eva Rieger (Hg.): Von der Spielfrau zur Performancekünstlerin. Auf der Suche nach einer Musikgeschichte der Frauen (Band 2, Kassel 1992), Noten 1994 (Band 3, Kassel 1994), Europäischer Dirigentinnen-Reader (Band 4, 2003, 200 S.) und 25 Plus Piano Solo (Band 5, Frankfurt/Main 2004, mit Begleit-CD). Bis Ende 2015 gab der IAK auch die Zeitschrift VivaVoce heraus, das einzige deutschsprachige Magazin für und über musikschaffende Frauen. Wegen Streichung von finanziellen Förderungen musste dieses wertvolle Magazin bis heute vorläufig auf Eis gelegt werden, das mit Ende 2015 in seiner 100. Jubiläumsausgabe (rund 100 Seiten) erschien. Bis heute sind darin mehr als 1.500 Artikel zu und über musikschaffende Frauen von der Antike bis zur Gegenwart zu finden. Im Zuge der Förderung durch das Digitalisierungsprojekt des Digitalen Deutschen Frauenarchivs (DDF) können wir alle Ausgaben der VivaVoce mit Ablauf des Projekts in einer Online-Fassung zum Nachlesen ab der ersten Ausgabe anbieten.

Bestandserweiterung – wie Sie aktiv mitgestalten können!

Damit die Bestände des Archivs ständig weiter wachsen und vervollständigt werden können, freuen wir uns über interessante Hinweise, Schenkungen oder auch Dauerleihgaben. Wer beispielsweise ältere Notenausgaben oder Schallplatten mit Musik von Komponistinnen besitzt und diese dem Archiv zur Verfügung stellen möchte, ist herzlich eingeladen dies zu tun. Für die Anschaffung wertvoller Einzelstücke gibt es für Interessierte auch die Möglichkeit einer Förder-Patenschaft. Informationen über geeignete Werke bekommen Sie jederzeit im Archiv Frau und Musik. Auch durch eine Mitgliedschaft im Internationalen Arbeitskreis Frau und Musik e. V. oder eine Spende an das Archiv tragen Sie wesentlich dazu bei, dass die Musik von Komponistinnen aller Jahrhunderte bewahrt und der Musikwelt bekannt gemacht wird.

Sind Sie selbst Komponistin?

Dann schicken Sie uns Ihre Materialien (Kompositionen, Tonträger, Programmhefte, Presseartikel etc.)! Sie werden einen gebührenden Platz in unserem Archiv erhalten. Schreiben Sie uns! Wir freuen uns darauf!