#KLEO – Klangkörper der Emanzipation: Frauenorchester als Kunst- und Freiräume

2025 realisierte das Archiv Frau und Musik sein fünftes Projekt im Rahmen des Digitalen Deutschen Frauenarchivs (DDF). Im Fokus standen einerseits das 1986 von Elke Mascha Blankenburg gegründete Clara-Schumann-Orchester (CSO), andererseits das Frauenorchesterprojekt Berlin (FOP), das 2007 seine Arbeit aufnahm.

Intention der Kölner Dirigentin Elke Mascha Blankenburg war es, einen Raum von Frauen für Frauen und ihre Musik zu schaffen. Mit der Uraufführung von Fanny Hensels Orchesterouvertüre beim Fest der tausend Frauen in Frankfurt am Main (7. Juni 1986) begann der Weg eines der ersten Frauenorchester Deutschlands.

Blankenburg und die Orchestermusikerinnen verorteten sich von Anfang an innerhalb der emanzipatorischen Frauenbewegung. Ihren Kampf für gute berufliche Chancen und gegen Diskriminierung innerhalb der patriarchal organisierten Orchesterlandschaft der Bundesrepublik verbanden sie mit der Erweiterung des traditionellen Musikkanons um die Werke von Frauen. Das gleiche Ziel verfolgt das FOP: mehr Musik von Frauen kennenzulernen und bekannt zu machen, sowie für Musikerinnen einen Ort der Vernetzung zu schaffen. Es verband sich – wie ca. 20 Jahre zuvor beim CSO – das Musizieren mit dem Forschen nach vergessener Musik von Komponistinnen und dem Schaffen eines gemeinsamen Erlebnis- und Wirkungsortes.

Innerhalb des Projektes erschloss das Archiv Frau und Musik bisher unveröffentlichte Dokumente und Materialien zum Clara-Schumann-Orchester und zum Frauenorchesterprojekt Berlin, sicherte diese und stellte sie online. Sie werden so der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht und können unter anderem zu weiteren Forschungen im Bereich der Frauengeschichte anregen.

Neben Sicherung und Veröffentlichung der einzigartigen Materialien im Bestand des Archivs Frau und Musik gaben ehemalige Mitglieder des CSO, sowie Musikerinnen des FOP Auskunft über die Aktivitäten der Frauenorchester und konnten sich durch eine interne Veranstaltung gegenseitig weitervernetzen. Im Rahmen dieses Vernetzungstreffens entstanden Interviews mit den Musikerinnen, auf dem YouTube-Kanal des Archivs sowie bald im META-Katalog des i.d.a.-Dachverbands zu sehen sind.

Darüber hinaus wurden im Projekt zwei Essays verfasst, die demnächst ebenfalls im META-Katalog des i.d.a.-Dachverbands eingesehen werden können:
Annekatrin Babbe: Emanzipation im Dreivierteltakt. Frauenorchester im 19. Jahrhundert
Frances Falling: Podium erobern, Klangkörper schaffen: Frauenorchester der neuen Frauenbewegungen – zwei Modelle

Projektteam: Mary Ellen Kitchens (Projektsteuerung) | Marie Schürmann (Projektkoordination) | Bettina Weber (Projektassistenz)

Im DDF-Blog können Sie zu den Ergebnissen dieses Projekts nachlesen: Dirigiert und gespielt von Frauen: Neue Perspektiven auf Frauenorchester (19. September 2025)

 

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