Klavierwerke aus dem Archiv #9 – Vorgestellt von Uta Walther

vorgestellt von Uta Walther

Laura Konjetzky: Der verträumte Glanz in Reihe 8

„Ein Walzer. Eine Erinnerung. Der verträumte Blick auf ein Damals, das es so nie gegeben hat.“[1]

Mir erschienen beim ersten Spielen des 2024 komponierten Stückes einige Metaphern in Kombination mit den im Folgenden aufgezählten Eindrücken und Gedanken: großes Kino, dunkelrote Samt-Kinosessel, Filmmusik zur Saga einer unerfüllten (Jugend)-Liebe, glühende Leidenschaft, tiefe Emotionen, Romantik und Gänsehaut pur, idealistische Träume, Retro-Style.

Uns begegnet ein schlicht beginnender Walzer mit einfachen Akkorden, der in seiner Fortführung zumeist minimalistisch anmutende Variationen erfährt. Diese beinhalten u. a. lyrische, sehr zarte und intime Abschnitte („verspielt“), Akkorde auflösende Arpeggien sowie Taktwechsel, die an den „Zwiefachen“ erinnern. In der Mitte des Werkes verdichtet die Komponistin den Satz. Dies sorgt für eine Steigerung und Intensivierung der Emotionen und des Erlebens durch synkopisierte Rock-Pop-Rhythmen einschließlich überraschender, technisch brillianter und rhythmisch-elektrisierender, E-Pop imitierender Repetitions-Oktaven. Zudem erweitern zitternde und vibrierende Tremolo-Effekte sowie virtuose, artikulatorisch differenzierte Läufe das Ausdrucksspektrum. Anfang und Schluss des Stückes sind ruhig-schwingend gehalten. Nicht selten passiert dort die Spannung durch die gewünschte Agogik zwischen den Tönen und Klängen. Am Ende sorgt eine Coda für den musikalischen Abbau und das Verlöschen des Feuerwerks der Gefühle.

Das ca. 10-minütige Werk ist eine interessante Erfahrung für fortgeschrittene Schüler*innen, Amateure und Profis, die sich gern einmal zwischen den klischee-bedienenden Kategorien „E-Musik“ und „U-Musik“ bewegen möchten. Darzubieten in nicht nur (aber auch!) konventionellen Konzertveranstaltungen, zu musikalischen Umrahmungen sowie im Kontext mit anderen, z. B. darstellenden, bildenden und visuellen Künsten. Ein Stück, das beim Üben und Aufführen einfach großen Spaß macht – also unbedingt ausprobieren, spielen, träumen und erleben!


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Außerdem existiert ein Konzertmitschnitt-Video vom ersten Salonkonzert des Vereins musica femina münchen am 20. Juni 2025 in der Seidl-Villa München mit mir als Interpretin.

Die Komponistin und Konzertpianistin Laura Konjetzky studierte im Anschluss an das Abitur in München Konzertfach Klavier an der Universität Mozarteum Salzburg, gefolgt von einem Studium der freien Improvisation an der Musikhochschule Basel. Sie gibt Solokonzerte im In- und Ausland und nahm für den Bayerischen Rundfunk etliche Solowerke auf. In ihrem kompositorischen Schaffen spielt das Klavier eine zentrale Rolle.

Ihr Werkverzeichnis enthält unterschiedliche Solo- und Kammermusikwerke sowie Tanz- und Theatermusiken, die bereits in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Polen, Frankreich, Spanien, Rumänien, der Türkei und in China aufgeführt wurden. Die Künstlerin wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem dem Leonhard-und-Ida-Wolf-Gedächtnispreis und dem Musikstipendium der Landeshauptstadt München, sowie dem Bayerischen Kunstförderpreis.

Laura Konjetzky war Stipendiatin im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia Bamberg und erhielt vom Bayerischen Staatsministerium ein Stipendium für die Cité Internationale des Arts Paris. Für das Djerassi Resident Artists Program in Kalifornien/USA wurde sie als Komponistin ausgewählt und mit dem Helen L. Bing Fellowship gewürdigt.

Sie erhielt das Europäische Musikautoren-Stipendium der GEMA (EMAS) und das Internationale Stipendium Oberpfälzer Künstlerhaus im Virginia Center for the Creative Arts, USA.[2]

Man findet Laura Konjetzky auf auf Instagram, Soundcloud (hier mit Ausschnitten aus dem vorgestellten Werk) und YouTube.

Einzelnachweise
[1] Laura Konjetzky: Notenausgabe „Der verträumte Glanz in Reihe 8“, S. 2.
[2] E-Mailwechsel Uta Walther–Laura Konjetzky.

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