
2026 führen wir das nun sechste Digitalisierungsprojekt im Rahmen des Digitalen Deutschen Frauenarchivs (DDF) durch. Anhand von AV-Medien der 1980er- bis 2000er-Jahre beleuchten wir hier das Berufsbild der Dirigentin. Diese einzigartigen Medien aus dem Nachlass der Musikwissenschaftlerin und Dirigentin Elke Mascha Blankenburg bieten einen facettenreichen Blick auf den umkämpften, zuweilen prekären und viel diskutierten Beruf imweiterhin männlich dominierten Musikbetrieb.
„Dirigentinnen haben eine Geschichte, sie schaffen sich im Musikbetrieb einen Platz, feiernErfolge und finden Anerkennung. Meine Arbeit soll helfen, die Vorurteile endlich zu begraben (…). Und vor allem soll sie jungen Kolleginnen zeigen, daß sie nicht alleine dastehen (…)“.
So begründete Elke Mascha Blankenburg 2003 ihre Arbeit an Portraits historischer und zeitgenössischer Dirigentinnen. Sie zeigte die lange Geschichte von Orchester- oder Chorleiterinnen auf und ermöglichte so einen Blick auf die Veränderungen der Berufsbedingungen zwischen 1980 und dem Erscheinungsjahr ihres Buchs Dirigentinnen. Seit dieser Veröffentlichung 2003 hat sich in dem Berufsfeld viel verändert – das Projekt möchte nun diesen Wandel dokumentieren.
Dafür sollen zum einen Audio-Interviews digitalisiert und – soweit möglich – auch veröffentlicht werden, die Elke Mascha Blankenburg mit über 40 Dirigentinnen geführt hat. Darüber hinaus werden Audio- und Video-Mitschnitte von Konzerten der Dirigentinnen digitalisiert, gesichert und teilweise veröffentlicht. Geplant ist auch ein Diskussionsabend mit Dirigentinnen, in dem die Projektergebnisse vorgestellt und über aktuelle Herausforderungen gesprochen werden kann.
Projektteam: Mary Ellen Kitchens (Projektleitung) | Jelena Rothermel (Projektkoordination) | Bettina Weber (Projektassistenz)

