Geschichte

Die Geschichte des Archiv Frau und Musik

Wie alles anfing…
Vor über 30 Jahren verfasste die Dirigentin Elke Mascha Blankenburg in der Zeitschrift emma einen Artikel über vergessene Komponistinnen. Kurze Zeit später versammelten sich Musikerinnen aus aller Welt, um sich in einem Arbeitskreis zu vereinen. Den Aufruf Blankenburgs, „Kompositionen von Frauen auszugraben und aufzuführen“ setzten sie und die Mitglieder des Internationalen Arbeitskreises Frau und Musik bald in die Tat um. Bis Oktober 1979 fanden vier Arbeitskreistagungen statt, die Mitgliederzahl erhöhte sich sprunghaft auf über 100. Den Vorstand der ersten Stunde bildeten: Elke Mascha Blankenburg als 1. Vorsitzende, Sigrid Ernst als 2. Vorsitzende und als 3. Vorsitzende Barbara Heller. Im Jahr 2009 feierte das Archiv Frau und Musik 30-jähriges Bestehen mit verschiedenen Jubiläumsveranstaltungen.

Warum ein Archiv?
„Wenn man die Frage stellt: Gibt es Komponistinnen, so ergibt sich daraus zwangsläufig auch die nächste Frage: Wo sind ihre Werke?“, so Renate Matthei, Vorsitzende des Vorstandes des Arbeitskreises Frau und Musik von 1992 bis 2013. Diese Frage stellten sich wohl auch schon die Gründerinnen des Archivs. Elke Mascha Blankenburg begann, den gesamten Noten-Bestand im musikwissenschaftlichen Institut Köln zu durchforsten, um schließlich auf eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Komponistinnen zu stoßen: „Ich platzte vor Spannung. Wie mochte diese Musik klingen? Wird sie so gut sein, wie die der männlichen Kollegen? Wie haben diese Frauen gelebt?“ Ihre Entdeckung gab Anstoß, noch intensiver in diesem Bereich zu forschen, bis heute. Innerhalb von nur einem Jahr waren mit Hilfe der Mitglieder des Internationalen Arbeitskreises Frau und Musik rund 300 weibliche Namen in diversen Musikbibliotheken gefunden. Das Archiv Frau und Musik war geboren.

Was dann geschah…
Was anfangs eher als Privatinitiative begann, wuchs schnell zu einer bedeutenden Institution im Bereich Frau und Musik heran. Nach sieben Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit ermöglichte eine feste finanzielle Förderung den regelmäßigen und qualifizierten Einsatz von ständigen Mitarbeiter/innen.

Außerdem zog das Archiv erstmals mit Hilfe der Stadt Kassel in eigene Räumlichkeiten. Nach drei weiteren Umzügen befindet sich das Archiv nun in den hoffmanns höfen in Frankfurt am Main, wo es nicht nur seinen festen Platz innerhalb einer hervorragenden Infrastrukur, sondern auch im Kulturleben der Mainmetropole gefunden hat.

Das Archiv wird geleitet vom Vorstand des Internationalen Arbeitskreises Frau und Musik e. V.  Der Vorstand bestand lange aus Renate Matthei (seit 1992–2011), Renate Brosch (1994–2012) und Dietburg Spohr (1994–2008, 2010–2011). Zwischen 2009 und 2012 setzte sich der Vorstand in leicht wechselnder Zusammensetzung zudem zusammen aus Angelika Seegers (2009–2012), ab 2010 auch aus Susanne Erding-Swiridoff, Prof. Violeta Dinescu, Dr. Silvia Merk, Dr. Vivienne Olive, Dr. Cornelia Preissinger und Dr. Julia Cloot. Seit 2013 besteht der Vorstand aus Mary Ellen Kitchens, Prof. Dr. Vivienne Olive und Dr. Vera Lasch.